Schwerpunkt Forschung
Der Schwerpunkt des Krammer-Labors innerhalb des Semmelweis-Instituts liegt auf RNA-Viren, insbesondere Influenzaviren, Coronaviren und Hantaviren, aber auch auf anderen neu auftretenden Viren. Wir sind daran interessiert, die Pathogenität dieser Viren zu verstehen, ihr Potenzial für die Übertragung von Mensch zu Mensch (eine Voraussetzung für eine Pandemie) zu erforschen sowie die Immunreaktionen, die uns vor diesen Infektionen schützen, und die Prävalenz der schützenden Immunität in der menschlichen Bevölkerung zu charakterisieren. Unser besonderes Interesse gilt den humoralen Immunantworten (Antikoerper) auf die Oberflächenglykoproteine dieser Viren, ihrem antiviralen Potenzial und ihren antiviralen Mechanismen. Außerdem untersuchen wir die mukosale Immunität und wie sie die Übertragung von respiratorischen Viren blockieren kann. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse entwickeln wir Impfstoffkandidaten und Therapeutika, die zur Vorbeugung oder Behandlung dieser Infektionen beitragen können.
Biografie
Florian Krammer
Florian Krammer, PhD, schloss sein Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien ab. Seine Postdoc-Ausbildung absolvierte er im Labor von Dr. Peter Palese an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, wo er an universellen Influenzavirus Impfstoffen arbeitete. Im Jahr 2014 wurde er unabhängiger Principal Investigator und ist derzeit Mount-Sinai-Stiftungsprofessor für Vakzinologie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai. Weiter ist er Co-Direktor des Centers for Vaccine Research and Pandemic Preparedness (C-VaRPP). Außerdem ist Dr. Krammer seit 2024 Professor für Infektionsmedizin am Ignaz-Semmelweis-Institut der Medizinischen Universität Wien. Dr. Krammers Arbeit konzentriert sich auf das Verständnis der Mechanismen von Interaktionen zwischen Antikörpern und viralen Oberflächenglykoproteinen und auf die Umsetzung dieser Arbeit in neuartige, breit schützende Impfstoffe und Therapeutika. Sein Hauptfokus ist das Influenzavirus, aber er arbeitet auch an Coronaviren, Flaviviren, Hantaviren, Filoviren und Arenaviren. Er hat mehr als 400 Arbeiten zu diesen Themen veröffentlicht. Dr. Krammer ist ein gewählter Fellow der American Academy of Microbiology und der Henry Kunkel Society, er gehört dem Vorstand der European Scientific Working Group on Influenza (ESWI) an und ist einer der Vorsitzenden der SAVE-Gruppe, die SARS-CoV-2-Varianten für das US NIH verfolgt. Er ist außerdem Preistraeger des Geoffrey-Schild-Preises 2024.
Team
Francisco J. Berguido, PhD – Lab Manager
FJB hat an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU; Prof. R. Grabherr) promoviert. Er hat serologische Diagnostiktests auf Plattformen wie ELISA, serologischem Luminex und LIPS entwickelt. Er war am Memorial Sloan Kettering Cancer Center sowie bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) tätig. Derzeit ist er Labormanager der Krammer-Gruppe in Wien.
Enikö Hermann, PhD – Postdoktorandin
Enikö studierte Chemie an der Universität Szeged (Ungarn) und zog anschließend nach Wien, wo sie an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) im Bereich Proteinbiotechnologie mit Schwerpunkt Enzymologie promovierte. Im Krammer-Labor liegt ihr Hauptfokus auf der Untersuchung der Eigenschaften viraler Proteine unter Einsatz sowohl experimenteller (Wet-Lab) als auch computergestützter Methoden. Ihr besonderes Interesse gilt der Proteinbiochemie und Strukturbiologie der Neuraminidase des Influenzavirus. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gerne mit Kunst und Handwerk, spielt Videospiele und verbringt Zeit mit ihren Katzen.
Jiho Lee, DVM, PhD – Postdoktorand
Mein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung rekombinanter Newcastle-Disease-Viren (NDV) und Vesikulärer Stomatitisviren (VSV) als virale Vektorplattformen für Impfstoffe gegen neu auftretende und wiederkehrende Krankheitserreger. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Optimierung des Genomdesigns, der Gen-Junction-Architektur sowie von Strategien zur Antigenexpression, um Sicherheit, Stabilität und Immunogenität zu verbessern. Meine Arbeit verbindet molekulare Virologie mit serologischen Analysen, um die Wirtsimmunität und die Antigenität viraler Strukturen zu charakterisieren und so eine rationale Bewertung der Impfstoffleistung zu ermöglichen.
Alina Tscherne, PhD – Postdoktorandin
Alina erhielt ihren BSc an der Karl-Franzens-Universität Graz (Österreich) und ihren MSc an der Philipps-Universität Marburg (Deutschland), wo sie Molekularbiologie bzw. Humanbiologie studierte. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München (Deutschland), wo sie sich mit der Testung der antimikrobiellen Empfindlichkeit humanpathogener Bakterien wie F. tularensis, Y. pestis, B. anthracis und B. pseudomallei beschäftigte. Ihre Promotion in Veterinärbiologie absolvierte sie im Labor von Prof. Gerd Sutter an der Ludwig-Maximilians-Universität München, mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 auf Basis des Modified Vaccinia Virus Ankara (MVA). Im Anschluss setzte sie ihre wissenschaftliche Laufbahn als Postdoktorandin im Sutter-Labor fort, wo sie an der Entwicklung und in vivo-Charakterisierung von MVA-basierten Impfstoffen gegen neu auftretende und wiederkehrende Viren wie SARS-CoV-2, MERS-CoV, IAV, MARV, LASV und ZIKV in Tiermodellen arbeitete. Im September 2024 wechselte sie in das Labor von Prof. Florian Krammer nach Wien. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Charakterisierung von Immunantworten gegen Influenzaviren in der menschlichen Bevölkerung sowie auf der Entwicklung von Impfstoffen und Therapieansätzen Gegen Aspergillus-Arten und Hantaviren. In ihrer Freizeit backt Alina gerne, liest, geht wandern und unternimmt Städtereisen innerhalb Europas.