Schwerpunkt Forschung
Monozyten und Makrophagen sind wichtige Immunzellen, die vielfältige Funktionen erfüllen, die von homöostatischen Prozessen (z. B. Organogenese, Thermoregulation, Innervation) bis zur Abwehr von Krankheitserregern und Krebs reichen. Eine Dysregulation ihrer Funktionen wird jedoch häufig mit verschiedenen Pathologien wie Sepsis, Krebs, Stoffwechselkrankheiten und Allergien in Verbindung gebracht. Die Untersuchung des dysregulierten Phänotyps von Monozyten/Makrophagen bei einer Krankheit bietet daher einen direkten Einblick in den Krankheitsmechanismus. Das übergeordnete Ziel unseres Labors ist es, i) den dysregulierten Phänotyp von Monozyten/Makrophagen bei ausgewählten menschlichen Krankheiten zu charakterisieren (mit dem Ziel, Biomarker auf der Basis von Immunsignaturen zu identifizieren); ii) die Mechanismen zu identifizieren, die diese Dysregulation antreiben, und iii) Mechanismen zu finden, mit denen diese Zellen umprogrammiert werden können, um das Fortschreiten der Krankheit zu bekämpfen. Im derzeitigen Labor werden wir uns darauf konzentrieren, die Rolle dieser Zellen (sowie anderer Zellen des angeborenen Immunsystems) bei Pilzerkrankungen zu untersuchen, die eine erhebliche Auswirkung auf die menschliche Gesundheit haben, insbesondere unter immungeschwächten Bedingungen. Wir beabsichtigen, die Wechselwirkungen zwischen Wirt (Immunsystem) und Pilzerreger mit Hilfe von Deep-Immunoprofiling-Techniken in verschiedenen Kohorten menschlicher Pilzerkrankungen zu untersuchen, um deren dysregulierte Immunsignaturen (und damit potenzielle Biomarker) zu charakterisieren sowie Immunziele zur Regulierung von Pilzerkrankungen zu identifizieren und zu bewerten. In späteren Phasen werden wir unsere Arbeit auf andere Infektionskrankheiten und Immunantworten auf Impfstoffe ausweiten.
Biografie
Subhra K. Biswas
Subhra K. Biswas promovierte in Biotechnologie (Zelluläre Immunologie) an der Banaras Hindu University, Indien, und arbeitete anschließend als Postdoktorand am Istituto di Ricerche Farmacologiche „Mario Negri“, Mailand, Italien, an der ersten molekularen Charakterisierung von tumorassoziierten Makrophagen. Im Jahr 2005 wechselte er zum Bioinformatik-Institut der Agency for Science Technology & Research (A*STAR) in Singapur, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Gruppe Zellinteraktion leitete. Von 2007 bis 2024 war er zunächst Principal Investigator und dann Senior Principal Investigator am Singapore Immunology Network (SIgN, A*STAR) und leitete das Human Innate Immunity Lab. Im Jahr 2024 wechselte er nach Österreich als Tenure-Track-Professor für die Interaktion zwischen Wirt und Pilzerreger an der Abteilung für Infektionskrankheiten der Medizinischen Universität Graz, Österreich. Prof. Biswas hatte verschiedene Lehraufträge als außerordentlicher Professor an der LKC School of Medicine, der Nanyang Technological University, Singapur, der National University of Singapore und als Gastprofessor an der Humanitas University, Mailand, Italien. Er ist ein Clarivate Highly-Cited Scientist 2019, 2020, 2021, 2022.
Team
Esther Föderl-Höbenreich, PhD – Postdoktorandin
Ich habe Molekulare Mikrobiologie in Graz studiert und meine Promotion am Institut für Pathologie abgeschlossen, wo ich an der Entwicklung von in planta produzierten antiviralen Rezeptor-Decoys gearbeitet habe. Im Januar 2026 begann ich meine Tätigkeit als Postdoktorandin am Ignaz Semmelweis Institut in der Gruppe von Prof. Subhra K. Biswas. Meine Forschung konzentriert sich auf die Puumala-Virusinfektion, wobei ich Immunzellzustände während der humanen Infektion untersuche. Besonders interessiert mich, wie angeborene Immunzellen sowohl zur Pathogenese als auch zur Auflösung der PUUV-Infektion beitragen und wie unterschiedliche transkriptionelle Programme die klinischen Verläufe beeinflussen.
Außerhalb des Labors verbringe ich gerne Zeit mit Freunden und verbinde meine Reisen am liebsten mit Tauchabenteuern.
Stephanie Schlichter, PhD – Postdoktorandin
Stephanie absolvierte ihren Master in Medical Biology in Salzburg, bevor sie nach England ging, um am Medway School of Pharmacy zu promovieren, wo sie sich mit onkofetaler Immunologie beschäftigte. Während ihrer ersten Postdoc-Position am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erwarb sie umfassende Expertise in der Anwendung von Single-Cell-Sequenzierung und räumlichen Technologien in der immunologischen Forschung. In der Host-Pathogen Interaction-Gruppe konzentriert sich ihre aktuelle Arbeit auf die hochauflösende Analyse von Immunantworten auf Einzelzell-, räumlicher und zeitlicher Ebene bei Pilzinfektionen sowie auf trainierte Immunität. Dabei integriert ihre Forschung Patientenkohorten, ex vivo Experimente, Single-Cell- und Spatial-Sequenzierung sowie die Entwicklung einer umfassenden bioinformatischen Analysepipeline.
In ihrer Freizeit verbringt Stephanie gerne Zeit mit ihrer Familie und ihren Katzen, außerdem lernt sie Klavier und häkelt gern.
Stella Wolfgruber, PhD – Postdoktorandin
Ich habe Molekulare Mikrobiologie in Graz studiert und meine Promotion an der Medizinischen Universität Graz in einem BSL-3-Labor abgeschlossen. Meine Forschung konzentrierte sich dort auf SARS-CoV-2, wobei ich praktische Erfahrung im Umgang mit viralen Pathogenen sammeln konnte. Seitdem habe ich meinen wissenschaftlichen Schwerpunkt auf klinisch relevante Pilze, insbesondere Candida-Spezies, verlagert. In der Arbeitsgruppe von Subhra Biswas unterstütze ich laufende Projekte und arbeite eng mit Kolleginnen und Kollegen zusammen.
In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Haustieren und halte mich durch Sport aktiv.