Ein kürzlich in Der Standard erschienener Artikel beleuchtet die Arbeit von Professorin Doris Wilflingseder, einer der Semmelweis-Professorinnen am Ignaz Semmelweis Institut, im Hinblick auf neue Forschungsergebnisse zur doppelten Rolle von Tieren bei Infektionskrankheiten. Während viele Tierarten als Reservoirs für Viren dienen, kann ihr Immunsystem auch neue therapeutische Ansätze für den Menschen inspirieren. Tiere wie Fledermäuse und Nagetiere können Krankheitserreger in sich tragen, ohne selbst schwer zu erkranken. Der Artikel nennt als Beispiel das Hantavirus – es wird von Mäusen übertragen, und während Infektionen in Europa nur leichte Symptome verursachen, können andere Virusstämme in anderen Teilen der Welt schwere Erkrankungen auslösen. Aufbauend auf Erkenntnissen aus der Arbeit an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Team von Professor Robert Krause an der Medizinischen Universität Graz stellt der Artikel den Einsatz fortschrittlicher In-vitro-Modelle (3D-Zellkulturen, Organoide) zur Untersuchung der Immunantwort von Tieren vor und schlägt die Verwendung breit neutralisierender Antikörper vor, die aus leichten Infektionen gewonnen wurden, zur Behandlung schwererer Fälle. Dies ist besonders wichtig, da es für diese Art von Erkrankung noch keine Präventionsstrategie gibt.
Der Artikel hebt die wachsende Bedeutung des „One Health“-Ansatzes hervor, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in einem gemeinsamen Rahmen miteinander verknüpft und die Forschung am Tier als vielversprechendes Neuland in der Medizin positioniert, wo Erkenntnisse darüber, wie andere Arten mit Viren koexistieren, als Grundlage für die nächste Generation von Therapien für menschliche Krankheiten dienen könnten.